Das Handwerkszeug des Lyrikers und Interpreten:
Die Analyse - kein Grund, Rot zu sehen!
Maximilian Zander (* 1929)
Gedichte
Sind sie gut, sieht man nur
das eine FĂŒnftel, der Rest
grummelt im SommerhÀuschen,
schaut ohne Absicht
den Vögeln nach, fischt geduldig
im trĂŒben oder liegt entspannt
auf dem Nagelbett.
Lassen wir den Altmeister sprechen:
Johann Wolfgang Goethe (1749 â 1832)
Gedichte sind gemalte Fensterscheiben!
Sieht man vom Markt in die Kirche hinein,
Da ist alles dunkel und dĂŒster;
Und so siehtâ s auch der Herr Philister:
Der mag denn wohl verdrieĂlich sein
Und lebenslang verdrieĂlich bleiben.
Kommt aber nur einmal herein!
BegrĂŒĂt die heilige Kapelle;
Da istâs auf einmal farbig helle,
Geschichtâ und Zierat glĂ€nzt in Schnelle,
Bedeutend wirkt ein edler Schein;
Dies wird euch Kindern Gottes taugen,
Erbaut euch und ergetzt die Augen!
Also bitte - formale Mittel zu beobachten, das kann doch auch uns kleineren Leuchten gelingen Probieren wir das gleich mal mit den Ăbungen:
Rhythmus/ VersmaĂ - Formelemente/ Optik - Reimfolge - Textakzente durch Figuren Gedichttypen/ Formenvielfalt
A propo Formen - Noch in Form fĂŒr ein tierischen Witz?
Kommt ein Mann ins ZoogeschĂ€ft. Er möchte sich ânen Papagei kaufen und geht von KĂ€fig zu KĂ€fig. Ganz hinten im Raum wird er fĂŒndig. Schön bunt ist der Vogel ja, aber irgendwie scheint er nicht in Form zu sein und zieht immer ein Bein hinter sich her. Der Kunde tritt nĂ€her ran und lockt: âNa du, kannst du denn wenigstens leise sprechen, wenn du schon nicht richtig klettern kannst?â KrĂ€chzt das Lorchen aus voller Kehle: âMensch, Macker - willste ânen Tarzan oder ânen Tuschler!â
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